Pruveeo DV200 4k action cam als Webcam unter Linux nutzen, RSTP-Stream nachrüsten, Howto & DeepTeclog

35€ bei Amazon für eine 4k-Kamera? Klingt zu gut um wahr zu sein. Aber ich stellt schnell fest: Eine tolle Kamera! Die Videos sind – entsprechendes Licht oder Sonne vorausgesetzt – phantastisch! Sie speichert die aufgenommen Filme als MP4 Datei auf einer (bis zu) 32GB großen sd-Karte ab, hat aber auch einen Micro-HDMI Anschluß und natürlich USB.
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Trotzdem macht mir das gute Stück grade ordentlich Probleme, denn mein Ziele sind:

  • Nutzung als Webcam unter Linux
  • Nutzung des Live-Streams per WIFI über einen RSTP-Stream z.B. zum vlc-player, Youtube-Live oder OBS

Wie das bisher so läuft und was ich inzwischen über diese Kamera herausfinden und lauffähig machen konnte berichte ich also jetzt hier.

Hier ein paar Bilder meiner Pruveedo DV200 action cam 4k:

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Auf der Hauptplatine der Kamera findet sich unter Anderem:

  • 16Mb (128Mbit) Flash Speicher KH25L12835F (PDF-Link)
  • Allwinner V3
  • Den Sensor konnte ich nicht einsehen, aber später durch die Module ableiten. Es ist der IMX179 von Sony, (PDF-Link), mit 3280×2464 nutzbaren Pixel, und somit tatsächlich weniger als 4k Auflösung hat. Die Kamera ist also eine Mogelpackung, trotzdem sind die Bilder je nach Einsatzzweck ganz brauchbar.

Wer diese oder eine ähnliche hat, sieht hier wie man sie auseinander nimmt:

Das GoPrawn-Forum hat einen Mega-Thread zu dieser Kamera und seinen Klons (Link zum GoPrawn-Forum). Dort sind alternative Firmwares und auch Hacks zu finden, die z.B. die Bild- und Audioqualität verbessern.

Da die Kamera UVC-Kompatibel ist sein soll, braucht man sowohl unter Windows, als auch unter Linux keine besonderen Treiber. Unter Windows wird der Stadardtreiber „usbvideo.sys“ verwendet, unter Linux sollte das der uvcvideo Treiber erledigen. Während unter Windows alles klaglos funktioniert, sieht es unter Linux anders aus. Leider kommen hier ein paar Dinge zusammen, warum die Erkennung unter Linux (in meinem Fall Ubuntu/Mint/Knoppix/Debian9) fehlschlägt.

Verbindet man die Kamera per USB, mountet sich der sd-card (USB id 1f3a:1002) Speicher von selbst. Wählt man dann an der Kamera den von mir ersehnten „Webcam-Modus“ aus, unmountet sich der Massenspeicher, und die Webcam (USB id 1f3a:100e) wird erkannt. Doch hier werden ein paar unkapatiblitäten vom Treiber angemeckert, und er entläd sich wieder. Was die Kamera dann zum Anlaß nimmt selbst wieder in den Massenspeicher-Modus zu bringen, die dann auch wieder vom Linux gemountet wird.

Ein anpassen von uDev-Regeln oder quirken des uvcvideo Treibers habe ich mit viel Hilfe der Mint und Ubuntu-Community ergebnislos versucht.
Die Geschichte des Scheiterns ist hier und hier nachzulesen.
Dann habe ich ganz nach Murphys Gesetz das Problem geändert. Fortan will ich nicht mehr per USB Kabel zum Ziel kommen, sondern per WIFI.
Das dies gelingt ist zumindest wahrscheinlicher geworden. Im Forum laß ich von jemanden, der seine Firmware so gepatcht hat, das beim nach dem Bootvorgang ein user-script von SD-Karte gestartet wird. Er ändert dann im Skript den WIFI-Modus, startet einen eigenen RTSP-Server, und schickt diesen Link dann auch noch zu Youtube-Live.

 

 

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